Erfahrungen mit CBD Öl beim Abnehmen

Wer sich online über CBD Öl informieren möchte, stößt früher oder später auf eine Vielzahl von Erfahrungsberichten. Auch das Thema Abnehmen mit CBD wird dabei diskutiert. Was hinter den Erfahrungen der User stecken könnte, haben wir uns in diesem Artikel für Sie angesehen.

Titelbild Hanfama Magazinbeitrag CBD und Abnehmen - schlanke, trainierte Frau in Trainingskleidung misst eigenen Bauchumfang mit weißem Maßband

Studien über CBD & das Abnehmen

Wieso sollte CBD bei der Gewichtsabnahme eine Rolle spielen? Eine Erklärung findet sich, wie so oft, in der Wissenschaft – genauer in der Rolle, die das Endocannabinoid-System in unserem Körper spielt.

Einfluss des Endocannabinoid-Systems auf das Abnehmen

Studien aus unterschiedlichen Disziplinen führten zu der Erkenntnis, dass das körpereigene Cannabinoid-System an der Steuerung verschiedener Prozesse im menschlichen Körper beteiligt ist, darunter:

  • Appetit,
  • Energiehaushalt & Stoffwechsel,
  • Thermogenese (Erzeugung von Wärme durch den Stoffwechsel),
  • Nozizeption (Wahrnehmung von Reizen),
  • Entzündungen und
  • Regulation von Stress & Emotionen.

Folglich wurde der Einfluss des Endocannabinoid-Systems auf Ernährungs- und Stoffwechselerkrankungen untersucht. Die vergangenen Forschungsarbeiten zum Endocannabinoid-System und Adipositas deuten darauf hin, dass das Endocannabinoid-System bei starkem Übergewicht sowie bei häufigen Begleit- und Folgeerkrankungen eine übermäßige Aktivität aufweist, die in direktem Zusammenhang damit stehen dürfte[1].

Exkurs: Adipositas


Adipositas ist der medizinische Fachausdruck für starkes Übergewicht. Es ist eine chronische Erkrankung, die durch eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe gekennzeichnet ist, die sich schädlich auf die Gesundheit auswirkt. So haben adipöse Menschen ein hohes Risiko für die Entwicklung von Folgeerkrankungen sowie eine verkürzte Lebenserwartung. Zur Abgrenzung zwischen Übergewicht und Adipositas dient der Body-Mass-Index (BMI). Ab einem BMI von 30 gilt ein Mensch nach den Richtlinien der WHO als adipös[2].


In wissenschaftlichen Untersuchungen konnten sowohl bei Nagetieren als auch bei Menschen, die einige für Adipositas typische Begleiterscheinungen, wie Bluthochdruck oder Fettansammlungen in Herzmuskel und Leber aufweisen, eine erhöhte Konzentration von Endocannabinoiden nachgewiesen werden. Warum es bei Adipositas zu dieser vermehrten Ansammlung von Cannabinoiden im Körper kommt, ist allerdings noch nicht ganz klar. So gibt es in der Literatur derzeit unterschiedliche Erklärungen zu diesem Phänomen. Forscher sehen die Ursache entweder in einer gesteigerten Endocannabinoid-Synthese oder in einem verringerten Abbau von Endocannabinoiden, gepaart mit einer Überexpression – d.h. einer deutlich über der Norm liegenden Bildung – von Cannabinoid-Rezeptoren[3].

Forscher konnten Verbindung zwischen Endocannabinoid-Spiegel und BMI nachweisen

Dass es eine Verbindung zwischen dem Endocannabinoid-Spiegel und Übergewicht gibt, zeigten zuletzt auch Kimberly et al. (2017), die in einem präklinischen Versuch einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem AEA-Spiegel (AEA = Anandamid, ein Endocannabinoid) und dem Body-Mass-Index nachweisen konnten[4].

Erfahrungen und weitere Erkenntnisse aus der Arzneimittelforschung

Vor allem Antagonisten des CB-1-Reptors sind in Hinblick auf die Arzneimittelentwicklung zur Adipositas-Therapie von besonderem forscherischem Interesse. Dies liegt wissenschaftlichen Untersuchungen zugrunde, die zeigten, dass die Hemmung des CB-1-Rezeptors mit einem verminderten Appetit einhergeht[5].

Ausgehend von diesen Gegebenheiten wurde vor einigen Jahren ein neues Arzneimittel, das mit dem Endocannabinoid-System interagiert, den CB-1-Rezeptor hemmt und eigentlich zur Raucherentwöhnung entwickelt wurde, im Rahmen der Adipositas-Behandlung eingesetzt. Rimonabant war der erste selektive Antagonist von CB-1-Rezeptoren im Gehirn und in peripherem Gewebe und zeigte sich vielversprechend bei Adipositas. So wurde das Arzneimittel unter anderem als Appetitzügler bei Adipositas-Patienten eingesetzt.

Apotheker nimmt Arzneimittelverpackung aus RegalAufgrund psychotroper Nebenwirkungen musste Rimonabant im Jahr 2009 jedoch wieder vom Markt genommen werden. Danach wurde ein Fokus auf die Erforschung von auf die Peripherie begrenzten CB-1-Rezeptor-Antagonisten mit beschränktem Zugang zum Gehirn gelegt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das nicht-psychoaktive Cannabinoid CBD, das ebenfalls in der Lage ist, den CB-1-Rezeptor zu blockieren in den Fokus forscherischen Interesses rückte und hinsichtlich seiner Eignung für die Adipositas-Therapie untersucht wurde. Tatsächlich zeigte CBD in präklinischen Studien eine adipositashemmende Wirkung[6].

CBD als Therapiemöglichkeit bei Adipositas?

Die wissenschaftliche Open-Access Zeitschrift Frontiers in Endocrinology veröffentliche im Jahr 2020 ein Literaturreview von Bielawiec et al., die die potenzielle Eignung von Phytocannabinoiden als Therapiemöglichkeit bei Adipositas untersuchten, wobei sie einen besonderen Fokus auf CBD legten.

Laut Bielawiec et al. (2020) deuten vielen Studien daraufhin, dass CBD durch die Wirkung auf verschiedene Rezeptoren und Metaboliten sowohl den Fett- als auch den Glukosestoffwechsel beeinflussen kann, was das Cannabinoid zu einem möglichen Kandidaten für die Entwicklung eines cannabisbasierten Arzneimittels für die Adipositas-Therapie machen könnte. Dennoch bedeutet der Weg dorthin noch jede Menge Forschungsaufwand. Denn die derzeit verfügbaren Studienergebnisse sind bislang ausschließlich präklinischer Natur und größtenteils widersprüchlich.

So kamen etwa Wierucka-Rybak et al. (2014) zu dem Ergebnis, dass CBD die Nahrungsaufnahme von Ratten zwar deutlich reduzieren kann, das Körpergewicht dabei jedoch nicht beeinflusst[7], was laut Bielawiec et al. (2020) wiederum auf einen Einfluss von CBD auf den Energieverbrauch schließen lässt[8].

Im Gegensatz dazu stellten Ignatowska-Jankowska et al. (2011) im Rahmen einer präklinischen Studie fest, dass die Verabreichung von CBD bei Ratten zu einer signifikanten Minderung der Gewichtszunahme führte. Sie vermuteten einen Einfluss des CB-2-Rezeptors bei der Regulierung des Körpergewichts[9].

Studie zeigt: CBD beeinflusst Fettgewebe

2016 untersuchten Forscher der Daegu University (Südkorea) den Einfluss von CBD auf die Thermogenese, den Prozess zur Produktion von Wärme durch den Stoffwechsel. Dabei erforschten sie unter anderem, ob CBD als natürliches Hilfsmittel zur Gewichtsreduktion geeignet ist.

Die Forschungsgruppe stellte fest, dass CBD Fettreserven in vitro auf unterschiedliche Art und Weise beeinflussen kann. Einerseits scheint CBD Proteine zu stimulieren, die den Fettabbau ankurbeln und andererseits die Entstehung von Proteinen zu hemmen, die an der Produktion neuer Fettzellen beteiligt sind. Zudem gelang es im Rahmen des Versuchs, risikoreiches weißes Fett mit Hilfe von CBD in nützliches braunes Fett umzuwandeln[10].

Mehr Informationen zu braunem und weißem Fettgewebe finden Sie in unserem Artikel „CBD & Sport – Regeneration, Muskelkater, Gelenkschmerzen“.

 

Fazit: Kann CBD beim Abnehmen helfen?

CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System und dieses ist an Prozessen beteiligt, die für das Abnehmen tatsächlich relevant sein können. Dazu gehören

  • Appetitregulation,
  • Stoffwechsel & Energiehaushalt,
  • sowie die Regulation von Stress und Emotionen, die ebenfalls eine Rolle bei (starkem) Übergewicht spielen können[11].

Darüber hinaus deuten vielen Studien daraufhin, dass CBD durch die Wirkung auf verschiedene Rezeptoren und Metaboliten sowohl den Fett- als auch den Glukosestoffwechsel beeinflussen kann[12].

Die wissenschaftliche Datenlage ist derzeit allerdings noch widersprüchlich und notwendige, groß angelegte Studien am Menschen noch nicht verfügbar. Es bleibt deshalb abzuwarten, welche Erkenntnisse künftig noch zu CBD und dessen Einfluss auf das Körpergewicht gewonnen werden können.

 

Gesund abnehmen – unsere liebsten Tipps & Tricks

Wer langfristig und gesund abnehmen möchte, für den sind Crashdiäten oder monatelanges Hungern keine gute Option. Stattdessen sollte auf ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung geachtet werden. Hier kommen unsere Top 10 Tipps für eine langfristige und gesunde Gewichtsreduktion:

  • Getränkewahl: Achten Sie nicht nur auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, sondern wählen Sie Ihr Getränk auch mit Bedacht. Auf Alkohol und zuckerhaltige Soft Drinks sollten Sie verzichten. Wasser und ungesüßter Tee sind ideale Durstlöscher und darüber hinaus die bessere Alternative für Ihre Figur und Ihre Zähne.
  • Ausgewogen und gesund Essen: Kennen Sie die österreichische Ernährungspyramide? Sie zeigt, wie gesunde Ernährung aussehen sollte und gibt Auskunft über das optimale Verhältnis sowie über die Art und die Menge der Lebensmittel, die konsumiert werden sollen.
  • Essen bewusst genießen: Genießen Sie Ihre Mahlzeit am besten frei von Ablenkungen wie dem Fernseher oder Smartphone. Denn wer bewusst und ablenkungsfrei isst, kann seine Mahlzeit nicht nur besser genießen, sondern isst automatisch auch langsamer. Das Sättigungsgefühl kann dadurch schon während der Mahlzeit eintreten und gibt Ihnen ein eindeutiges Signal, wann Sie die Nahrungsaufnahme beenden sollten.
  • Regelmäßiges Essen: Regelmäßige Essenszeiten helfen dabei, die Abstände zwischen den gesunden Mahlzeiten nicht zu groß werden zu lassen. Damit können Heißhungerattacken und ungesunde Snacks zwischendurch vermieden werden.
  • Ausreichend Bewegung: regelmäßige Bewegung hält uns fit und hilft dabei, den Stoffwechsel natürlich anzukurbeln. Denn wer sportlich aktiv ist, verbrennt auch im Ruhezustand mehr Kalorien.
  • Aktiver Alltag: Bewegung ist nicht nur auf sportliche Aktivitäten in der Freizeit begrenzt. Auch Ihr Alltag lässt sich aktiv gestalten, zum Beispiel indem Sie die Treppe statt dem Fahrstuhl nehmen.
  • Spaß am Sport: Wählen Sie eine körperliche Aktivität, die Ihrem Fitnesslevel entspricht und Ihnen Spaß macht. Das hilft, länger motiviert zu bleiben und tut auch der Psyche gut.
  • Rücksprache mit dem Arzt: Sollten Sie stark übergewichtig sein, empfehlen wir Ihnen, sich mit Ihrem Arzt über die passende Sportart auszutauschen. Generell haben sich einige Sportarten besonders für übergewichtige Personen bewährt. So sind Radfahren und Schwimmen zum Beispiel besonders schonend für die Gelenke.
  • Stress vermeiden – für Entspannung sorgen: Stresshormone belasten unseren Körper und können das Auftreten von Stoffwechselstörungen begünstigen. Zusätzlich kann Stress dazu führen, dass der Körper weniger Kalorien verbrennt und eine höhere Menge Fett einlagert. Im Gegensatz dazu soll Entspannung das Abnehmen sogar begünstigen. So schreibt Dr. med. Michael Oppel in einem Online-Artikel über eine Studie, die eine Ernährungsumschulung mit und ohne Entspannungsmaßnahme (autogenes Training) von über vierzig übergewichtigen Teilnehmern untersuchte. Tatsächlich war der Gewichtsverlust in der Gruppe, die autogenes Training erhielten größer.  
  • Feiern Sie auch kleine Erfolge! So bleiben Sie motiviert und haben die nötige Energie, um lange am Ball bleiben zu können.

 

Die Inhalte unseres HANFAMA Magazins dienen lediglich der Aufklärung und Informationsweitergabe rund um das Thema Cannabis. Wir prüfen unsere Informationen genau und zitieren nur aus verifizierten Quellen. Trotzdem erheben unsere Texte keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität.

 

Referenzen

[1] Bielawiec, P., Harasim-Symbor, E., & Chabowski, A. (2020). Phytocannabinoids: Useful Drugs for the Treatment of Obesity? Special Focus on Cannabidiol. Frontiers in endocrinology11, 114. https://doi.org/10.3389/fendo.2020.00114

[2] Dobmeier, J. (2021, 18. November). Adipositas. NetDoktor. https://www.netdoktor.at/krankheiten/adipositas/

[3] Bielawiec, P., Harasim-Symbor, E., & Chabowski, A. (2020). Phytocannabinoids: Useful Drugs for the Treatment of Obesity? Special Focus on Cannabidiol. Frontiers in endocrinology11, 114. https://doi.org/10.3389/fendo.2020.00114

[4] Kimberly, W. T., O’Sullivan, J. F., Nath, A. K., Keyes, M., Shi, X., Larson, M. G., Yang, Q., Long, M. T., Vasan, R., Peterson, R. T., Wang, T. J., Corey, K. E., & Gerszten, R. E. (2017). Metabolite profiling identifies anandamide as a biomarker of nonalcoholic steatohepatitis. JCI insight2(9), e92989. https://doi.org/10.1172/jci.insight.92989

[5] Bielawiec, P., Harasim-Symbor, E., & Chabowski, A. (2020). Phytocannabinoids: Useful Drugs for the Treatment of Obesity? Special Focus on Cannabidiol. Frontiers in endocrinology11, 114. https://doi.org/10.3389/fendo.2020.00114

[6] Bielawiec, P., Harasim-Symbor, E., & Chabowski, A. (2020). Phytocannabinoids: Useful Drugs for the Treatment of Obesity? Special Focus on Cannabidiol. Frontiers in endocrinology11, 114. https://doi.org/10.3389/fendo.2020.00114

[7] Wierucka-Rybak, M., Wolak, M., & Bojanowska, E. (2014). The effects of leptin in combination with a cannabinoid receptor 1 antagonist, AM 251, or cannabidiol on food intake and body weight in rats fed a high-fat or a free-choice high sugar diet. Journal of physiology and pharmacology : an official journal of the Polish Physiological Society65(4), 487–496.

[8] Bielawiec, P., Harasim-Symbor, E., & Chabowski, A. (2020). Phytocannabinoids: Useful Drugs for the Treatment of Obesity? Special Focus on Cannabidiol. Frontiers in endocrinology11, 114. https://doi.org/10.3389/fendo.2020.00114

[9] Ignatowska-Jankowska, B., Jankowski, M. M., & Swiergiel, A. H. (2011). Cannabidiol decreases body weight gain in rats: involvement of CB2 receptors. Neuroscience letters, 490(1), 82–84. https://doi.org/10.1016/j.neulet.2010.12.031

[10] Parray, H. A., & Yun, J. W. (2016). Cannabidiol promotes browning in 3T3-L1 adipocytes. Molecular and cellular biochemistry, 416(1-2), 131–139. https://doi.org/10.1007/s11010-016-2702-5

[11] Tomiyama A. J. (2019). Stress and Obesity. Annual review of psychology70, 703–718. https://doi.org/10.1146/annurev-psych-010418-102936

[12] Bielawiec, P., Harasim-Symbor, E., & Chabowski, A. (2020). Phytocannabinoids: Useful Drugs for the Treatment of Obesity? Special Focus on Cannabidiol. Frontiers in endocrinology11, 114. https://doi.org/10.3389/fendo.2020.00114

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Christina Strzalka hat Gesundheits- und Krankenpflege und Health Assisting Engineering studiert. Sie hat einen engen Bezug zu Gesundheitsthemen und eine große Begeisterung für Innovationen. Für die LeserInnen des HANFAMA Magazins durchforstet sie wissenschaftliche Datenbanken und arbeitet sich gerne in komplexe Sachverhalte ein, die sie in verständlicher Art und Weise für Sie aufbereitet. Mit großer Leidenschaft recherchiert sie zu medizinischen und naturwissenschaftlichen Themen und berichtet über Neuigkeiten aus der Welt der Forschung. Ihr Motto: Wege entstehen dadurch, dass man sie geht (Franz Kafka).